Senioren-Union zur Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) - Altersdiskriminierung wirksam bekämpfen statt nur Begriffe ändern

03.06.2026
Pressemitteilung
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Der vorliegende Gesetzentwurf zur Reform des AGG bleibt beim Schutz vor Altersdiskriminierung zwar deutlich hinter den Erwartungen älterer Menschen zurück, dennoch begrüßt die Senioren-Union grundsätzlich das Ziel, den Diskriminierungsschutz in Deutschland allgemein zu stärken.

„Die bloße Ersetzung des Begriffs „Alter“ durch „Lebensalter“ ist kein ausreichender Beitrag zur Bekämpfung von Altersdiskriminierung. Entscheidend ist, bestehende Benachteiligungen wirksam abzubauen. Noch immer werden ältere Menschen im Berufsleben, bei der Kreditvergabe, im Versicherungswesen und in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens mit pauschalen Altersgrenzen und Vorurteilen konfrontiert“, sagt der Bundesvorsitzende der Senioren-Union der CDU, Hubert Hüppe.

Die Senioren-Union fordert deshalb die Abschaffung starrer Altersgrenzen, soweit diese nicht zwingend sachlich begründet sind. In einer alternden Gesellschaft dürfen Erfahrung, Kompetenz und Leistungsbereitschaft nicht durch überholte Altersbilder entwertet werden.

Besonders kritisch sieht man bei den CDU-Senioren die Benachteiligung älterer Menschen bei Krediten und Versicherungen. „Wer aufgrund seines Alters schlechtere Konditionen erhält oder von Leistungen ausgeschlossen wird, muss die Möglichkeit haben, die zugrunde liegenden Entscheidungen nachvollziehen zu können. Transparenz und individuelle Prüfung müssen an die Stelle pauschaler Altersannahmen treten“, fordert Hüppe.

Mit Sorge betrachten wir zudem die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz und automatisierten Entscheidungssystemen. Altersdiskriminierung darf nicht durch Algorithmen verstärkt oder digitalisiert werden. Hier besteht weiterhin eine erhebliche Schutzlücke.

Darüber hinaus müssen ältere Menschen ausreichend Zeit erhalten, ihre Rechte geltend zu machen. Die vorgesehene Frist bleibt zu kurz. Ebenso darf der Staat sich nicht selbst von den Maßstäben ausnehmen, die er privaten Unternehmen auferlegt. Diskriminierung durch Behörden und öffentliche Stellen muss gleichermaßen erfasst werden.

Die Senioren-Union fordert daher eine umfassende Nachbesserung des Gesetzentwurfs. Der Schutz vor Altersdiskriminierung muss den Herausforderungen des demografischen Wandels gerecht werden und die gleichberechtigte Teilhabe älterer Menschen in allen Lebensbereichen sichern.

„Eine moderne Gesellschaft misst Menschen nicht an ihrem Geburtsdatum, sondern an ihren Fähigkeiten, ihrer Erfahrung und ihrem Beitrag für das Gemeinwohl“, so Hüppe in seiner Stellungnahme abschließend.