Page 21 - Ausgabe 1/2022 "alt & jung"
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Das Ehrenamt hat Hochkonjunktur: Laut Statistischem Bundesamt sind rund 16,2 Millionen der über 15jährigen Einwohnerinnen und Einwohner in Deutschland in irgendeiner Weise ehrenamtlich oder freiwillig tätig. Andere Zahlen sprechen sogar von mehr als 24 Mio. Menschen. Besonders die hohe Zahl der über 70jährigen unter ihnen überrascht. Solch eine ungebrochene Bereitschaft zum „Dienst am Nächsten“ muss irgendwo ihren Ursprung haben. „alt & jung“ ist der Sache nachgegangen.
Für die einen bedeutet es Selbstverwirklichung, für andere Verpflichtung. Viele leisten ihren Dienst an der Gesellschaft aus dem hehren Anspruch heraus, etwas verändern zu wollen. Andere wollen politisch
etwas bewegen. Einige wollen helfen, Missstände abzustel len. Alle eint, dass sie mit dem Herzen bei der Sache sind – im Ehrenamt in Deutschland.
Dem Wort nach „im Ehrenamt“ ist, wer der traditionellen Form des Engagements entsprechend in öffentlichen Ehren ämtern, bspw. als Vereinsvorstand, Ratsmitglied oder Schöffe bei Gericht tätig ist. Umgangssprachlich ist mit dem Begriff Ehrenamt aber jede Form der freiwillig und un entgeltlich geleisteten Arbeit gemeint. Zählt man diese hinzu, ist die Zahl der „Ehrenamtlichen“ in Deutschland um ein Vielfaches höher. Die „Freiwilligenarbeit“ wird in eben falls gesetzlich geregelten Diensten geleistet, wie im Frei willigen Sozialen Jahr (FSJ), dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) oder dem Bundesfreiwilligendienst (BFD).
Die Ehrenamtlichen zeichnen sich durch andere demo grafische Strukturen als die Gesamtbevölkerung aus: So ist ihre Mehrheit über 50 Jahre alt – knapp ein Fünftel ist 70 Jahre und älter! Insgesamt verfügen sie über eine höhere Schul und Berufsausbildung als die Gesamtbevölkerung: Gut ein Drittel besitzt die allgemeine Hochschulreife, etwa 18 Prozent haben einen Hochschulabschluss. Die Ehrenamt lichen sind zudem zu zwei Drittel voll Berufstätige oder
Aktiv im Alter
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